Seminarfahrt in das Haus Kreisau

Die Klasse 324 D hat im Haus Kreisau im April 2014 das Themengebiet der Nachhaltigkeit am Beispiel des Rindfleisches erfahren. An den drei intensiven Seminartagen kam aber auch der Spaß und das gemeinsame Spiel aller Art nicht zu kurz.

Alle Teilnehmer/innen waren sich einig: Das war nicht nur eine gelungene Abwechslung zum normalen Schulalltag, sondern unbedingt wiederholenswert!

Was haben wir gelernt?

1. Tag:   Was bedeutet „Nachhaltigkeit“?

In einer Diskussionsrunde werden die drei Säulen der Nachhaltigkeit benannt und erläutert: 1.) Soziale Aspekte: gerechte Arbeit für alle Arbeitnehmer/innen in der Welt, Vermeidung von Kinderarbeit, Arbeitsschutz, ... 2. Umweltaspekte: Erhaltung der Artenvielfalt, Erhaltung der wirtschaftlich noch nicht genutzten Flächen, Umweltschutz, ... 3. Wirtschaftliche Aspekte: gerechter Lohn für alle Arbeitnehmer/innen, aber auch Verdienstmöglichkeiten für Betriebe, Firmen, Kooperationen, …

Der Film mit dem Titel „Food Inc.“: verdeutlichte die Ausmaße der Massentier-Haltung und deren Auswirkung auf die Tiere, die Umwelt, aber auch den Menschen. Die Aktivitäten der Firma „Monsanto“ erklärte nicht nur die Patentierung genmanipulierter Nutzpflanzen sondern auch den enormen Druck der Firma, diese Pflanzen anzubauen und die Landwirte, die sich nicht beteiligen, massiv (vor allem juristisch) zu verfolgen.

2. Tag:   Zusammenarbeit mit „EPIZ“ (Frau Kröhn, Herr Üllenberg)

In einem Planspiel wurden die (aus der Realität übernommenen) Probleme im Matto Grosso do Sul (Provinz von Brasilien) betrachtet: Die Vertreter/innen der Firma “Albertini“ wollen mehr Urwald für den Anbau von Soja in landwirtschaftliche Fläche umwandeln. OSZ Gastgewerbe 324D Haus Kreisau 2014 01Die indigenen Einwohner  (s. nebenstehend) wehren sich: schon jetzt sind Flüsse verseucht, die Tier und Pflanzen vergiftet und auch die Erkrankungen der Menschen häufen sich.

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In der Folge wurden verschiedene Ureinwohner getötet, eine Verbindung zur Firma „Albertini“ ist nicht nachweisbar.
Im Planspiel wurden noch weitere Gruppen eingebunden: der deutsche Bauernverband als Abnehmer des Sojas, eine Umweltschutzorganisation, zwei Zeitungen mit verschiedenen Interessensausrichtungen sowie die Regierung selbst.
In der ersten Phase hatten die Schüler/innen Zeit, sich in die Rollen zu finden und eine Strategie zu überlegen, wie die eigenen Ziele am besten erreicht werden können.
Im zweiten Zeitabschnitt begann die OSZ Gastgewerbe 324D Haus Kreisau 2014 03Kontaktaufnahme der verschiedenen Gruppierungen untereinander: zunächst schriftlich, danach werden persönlich Meinungen ausgetauscht, Forderungen gestellt, Bündnisse geschmiedet, weitere Pläne ausgeheckt …

 

Der Fortgang dieser Phase wurde nach außen auch durch die Schlagzeilen und „Liveticker“-Informationen der beiden Zeitungen an Pinwänden dokumentiert.
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In der abschließenden gemeinsamen Beratung konnte jede Gruppierung ihre mehr oder weniger berechtigten Wünsche vortragen. Auch hier wurde der Ablauf durch Schlagzeilen verdeutlicht. Zum Schluss gelang es, einen Kompromiss zu erhalten: Die indigenen Einwohner erhalten andere Landflächen als Ausgleich, die Kosten für die Umsiedelung und andere „Ausgaben“ werden von der Regierung übernommen, die im Gegenzug das von der Firma „Albertini“ gewünschte Land an diese verkauft. Allerdings ist dieser Verkauf mit strengen Auflagen an die Nachhaltigkeit und den Umweltschutz geknüpft.

OSZ Gastgewerbe 324D Haus Kreisau 2014 06Das gesamte Planspiel hat nicht nur viel Spaß gemacht, da die Schüler/innen auch durch Accessoires in die Rollen eingebracht wurden, sondern auch einen großen Erkenntnisgewinn erzielten. Da die Rollen im Planspiel ausgelost wurden, mussten einige Schüler/innen Positionen einnehmen, die zunächst mit den eigenen Vorstellungen wenig gemein hatten. Aber auch dadurch werden wesentliche Einsichten erkennbar und gefördert.

Im Nachmittagsteil der Veranstaltung wurde im Plenum das Planspiel ausgewertet und durch Informationen, vor allem Filmausschnitte, unterstützt.

3. Tag:   Wie kann „Nachhaltigkeit“ in die Gastronomie implementiert werden?

Die Schüler/innen hatten die Aufgabe, eigene Werte und Normen nachhaltigen Arbeitens in einem Restaurant zu erstellen und in einem werbewirksamen Slogan zu formulieren. Zudem wurden Vorschläge für ein nachhaltiges, saisonales und regionales Vier-Gang-Menü erstellt und im Plenum vorgestellt.