Die polnische Küche in Masowien 2012

OSZ-Schüler erkochen zweiten Platz in Warschau 2012

Die Vorbereitungen zum diesjährigen Kochwettbewerb in Warschau gestalteten sich als etwas hektisch. Am Wochenende beim Bundeswettbewerb zum deutschen Vizemeister gekürt, musste sich Stefan Heidicke auf die Abschlusstrainings für den Kochwettbewerb „Die Küche Masowiens” konzentrieren.

Unter den aufmerksamen Augen von Erfolgsausbilderin Thea Nothnagel und Berufsschullehrer Niklas Siebecke kochten Stefan Heidicke und sein Mannschaftskamerad Robert Richter aus dem dritten Ausbildungsjahr die zweigängige Speisenfolge im Hotel Hilton Berlin. Letzte Feinheiten wurden angesprochen und abgestimmt. Die theoretischen Unterlagen, Anmeldungen, Fotos, Arbeitsablaufpläne usw. waren längst im Schulkomplex in der Komorskastraße eingegangen. Professionell packten die Koch-Azubis die beiden Kisten mit den Wettbewerbsuntensilien. Am Morgen des 26.10.12 fuhren die beiden Kochschüler und der Lehrer Herr Siebecke vom Hotel Hilton Berlin ab, nicht ohne die besten Wünsche von Frau Nothnagel und eigens für jeden gepackten Verpflegungskörbe. Die Fahrt nach Warschau verlief dank der fertiggestellten Autobahn recht zügig, so dass man nach etwa 7,5 Stunden vor der Schule stand. Dort wurden die Berliner herzlich empfangen. Die Schüler deponierten ihre Kisten und warfen erste Blicke in die Wettkampfküche. Am Abend besprachen die drei vom OSZ Gastgewerbe die Speisenfolge und deren Herausforderungen bei einem Schnitzel mit einem Bier. Der Wettkampftag begann früh, da die Anmeldung in der Schule ab 7:45 Uhr möglich war. Glücklicherweise lag das Hotel nur 5 min von der Schule entfernt. In der Turnhalle der Schule begrüßte die Direktorin Frau Lada die anwesenden Gäste und erläuterte die Geschichte des Kochwettbewerbs, der sich zum vierten Mal jährte. Die ganze Schule war wie im Vorjahr in diese Veranstaltung eingebunden. Neben dem kulinarischen Wettbewerb fand ein Kellnerwettbewerb statt. Die angehenden Servicekräfte traten in klassicher Kleidung, zum Teil mit Schuluniform an. Unsere Koch-Azubis losten die Nummer 7. So mussten wir beim zweiten Durchgang antreten. In der Wettkampfküche kochten jeweils sechs Mannschaften für 90 min. Die zweigängige Speisenfolge wurde mit Pflichtkomponenten und Wahlzutaten nach den Regel der Küche Masowiens erstellt. Zwei Jurys bewerteten die Teilnehmer und deren Produkte. Eine Fachjury aus vier Prüfern bewertete in der Wettkampfküche. Die sechsköpfige Verkostungsjury prüfte die angerichteten Teller und deren Speisen. Die Gäste hatten die Möglichkeit das Geschehen innerhalb der Küche zu verfolgen. Ein Kameramann filmte das Treiben an den Herden, wobei das Geschehen zeitgleich auf einer Leinwand im Serviceraum gezeigt wurde. Unsere Schüler verfolgten kritisch die gezeigten Teller, welche Servicekräfte auf einem Schautisch ausstellten. Dann hieß es volle Konzentration. Der Backofen ließ sich zunächst nicht in Betrieb nehmen. Nachdem vier Lehrkräfte sich darum bemühten, funktionierte die Röhre und unsere Hippen konnten gebacken werden. Erstaunlich ruhig erledigten Stefan und Robert ihr Mise en place und begannen mit dem Kochen. Herr Siebecke musste nach 5 Minuten die Wettkampfküche verlassen. Nun waren die beiden auf sich allein gestellt. Glücklicherweise stellte uns die Schule während der gesamten Zeit in Warschau Lehrkräfte als Dolmetscherinnen. Die 90 Minuten vergingen wie im Flug. Trotz des Warnsignals des Weckers kamen unsere Teller mit einer Verspätung von 30 Sekunden nach draußen. Das brachte uns einen Abzug von 2 Punkten ein. Zufrieden räumten Stefan und Robert ihren Arbeitsplatz auf und die Kisten ein. Jetzt konnte man sich der zeitgleich stattfindenden Fachmesse widmen. Am Nachmittag nahmen die Teilnehmer und Gäste an einem feierlichen Galabüfett teil, welches die Schüler und Lehrkräfte der Schule erstellt hatten. Neben klassichen polnischen Speisen mit Hering und roter Beete, bot das Büffet heiße Geflügelgerichte und Schweinebraten an. Ein kulinarischer Höhepunkt bildete das Dessertbüfett. Neben verschiedenen Torten verkosteten die Gäste hochwertige Pralinen. Endlich kam die Zeit der professionell durchgeführten Siegerehrung und wir warteten gespannt auf die Ausführungen der Jury sowie von Frau Direktorin Lada. Nach den vierten Plätzen ging es um die Ränge eins bis drei. Auch bei den dritten Plätzen wurde das OSZ Gastgewerbe Berlin nicht aufgerufen. Schließlich konnten wir den zweiten Platz nach der Schule von Lodz erkochen. Mit einem Pokal, Medaillen und Urkunden ausgestattet standen wir mit allen Beteilgten auf der Bühne zu einem Gruppenfoto. Die Anstrengungen hatten sich gelohnt. Stefan Heidicke und Robert Richter konnten sich in einem Feld von 12 Mannschaften aus ganz Polen die Silbermedaille sichern. Erschöpft fuhren Lehrer und Teilnehmer nach der herzlichen Verabschiedung in das nahegelegene Hotel.

Nach einer Verschnaufpause zogen die drei los, die Vizemeisterschaft zu feiern. Das Warschau in der Innenstadt hier einiges zu bieten hat, zeigte sich schnell. Auch in diesem Jahr war es möglich, Warschau nachts von oben aus dem 43. und 44. Stockwerk des Hotel Intercontinental zu bewundern. Dann ging es in ein englisches Pub und weitere Lokalitäten. Am nächsten Tag wechselte das Wetter abrupt. Hatte am Wettkampftag noch die Sonne strahlend geschienen, mussten die Warschauer jetzt mit Schneetreiben und heftigem Wind kämpfen. So beließ man es bei einem kleinen Rundgang durch die historische Altstadt, genoss fair gehandelte Kaffeespezialitäten in einem Café und besorgte Mitbringsel in der Arkadia Warszaw. Auf der Rückfahrt ging es zunächst durch Schneewehen nach Berlin. Kurz vor der Grenze wechselte das Wetter und die drei erreichten Berlin glücklich gegen 22:30 Uhr. Unsere Wettkampfspeisenfolge lautete:

Vorspeise:

Karpfen und Forelle aus Oronsko:

Im Strudelteig gebackenes Karpfenragout, parfümiert mit Räuchersalz und Meerrettich, gebratenes Forellenfilet, Sauerkraut, konfierte Tomate, Pesto, Salzteigsegel

 Hauptgang:

Rippli von Radziejowice:

Im Kräuter-Kümmel-Mantel pochiertes Rippli, Portwein-Rosinen-Pflaumen-Soße, Schmorgurke, bunte Paprikawürfel, Pfifferlinge und Steinpilze, Wickelklöße

An dieser Stelle möchte ich Frau Thea Nothnagel für die Kooperation sowie die ausgezeichnete Wettkampfvorbereitung herzlich danken. Weiterhin gilt mein Dank dem Förderverein und der Schul- und Abteilungsleitung, welche auch die zweite Fahrt nach Warschau unterstützten.

Niklas Siebecke, Fachbereichsleiter Technologie der Speisenbereitung