Gesamtpolnischer Gastro-Wettbewerb in Warschau 2017

Unsere beiden Kochschüler Frederik Ohlms und Paul Jahn sowie die Hotelfachschülerin Angélique Bonau nahmen erfolgreich am diesjährigen Gastro-Wettbewerb mit 12 Teams aus Polen teil. Doch bis zum Start war es ein arbeitsreicher und zeitintensiver Weg.

Die Aufgaben der Ausschreibung waren OSZ Gastgewerbe Gesamtpolnischer Pokal 2017 09erneut anspruchsvoll. Im Service sollte zunächst ein Test in deutscher und englischer Sprache gelöst werden. Anschließend mussten die Teilnehmer Tische im klassischen und im sogenannten Improstil eindecken. Die Königsdisziplin stellte in diesem Jahr das Sablieren dar. Angélique suchte sich in ihrem Ausbildungshotel Regent Berlin Hilfe bei der Vorbereitung. Weiterhin wurde sie im OSZ durch unseren kompetenten Herrn Brader unterwiesen.
Beim Kochwettbewerb gab es obligatorische Lebensmittel, wie Forellen, Schweinenacken, Reizker und Petersilienwurzel, die sich sichtbar in zwei Gängen wiederfinden sollten. Die beiden Kochschüler und ihr Lehrer Herr Siebecke sprachen Dienstpläne in den Ausbildungsbetrieben ab und trainierten intensiv in der Lehrküche 1. Weitere Lehrkräfte gaben wertvolle Hinweise, so dass am Ende zwei anspruchsvolle Gänge entworfen wurden, die es in 90 Minuten für 4 pax umzusetzen galt. Nicht nur das Handling des Schnellkochtopfs sowie die Standfestigkeit eines Schaums wurden immer wieder auf Zeit geübt. Mehrere Anrichteweisen, -geschirr, Zutaten und Garverfahren probierten die Azubis mit Wettkampferfahrung aus. Im Team waren sie in diesem Jahr erfolgreich bei der Matjesmeisterschaft in Hamburg gewesen. Nun sollte es, nachdem Paul Jahn mittlerweile Mitglied der deutschen Jugendnationalmannschaft war, in Warschau klappen. Endlich war die Trainingszeit  absolviert und der Gastrowettbewerb stand bevor. Für die drei Schüler war es der erste Besuch unseres östlichen europäischen Nachbarlandes. Die Fahrt nach Warschau verlief zügig. Herzlich wurde die Delegation aus Berlin von der Deutschlehrerin Kasia Hapońska, weiteren Lehrkräften und der stellvertretenden Schulleiterin in der austragenden Gastronomieschule Zespół-Szkół-Spożywczo-Gastronomicznych empfangen. Unsere Schüler konnten die Schule und die Wettkampforte am Vortag eingehend besichtigen. Die zu kühlenden Lebensmittel wurden verstaut und anschließend im Hotel eingecheckt. Neugierig fuhr die kleine Gruppe mit der Straßenbahn ins Zentrum Warschaus. Dort ging es über den Nowy Swiat vorbei an der Universität und historischen Gebäuden zum Hotel Bristol. Die eleganten Räumlichkeiten von Foyer, Restaurant und Bar beeindruckten die Berliner. Weiter ging es an der Festung vorbei zum historischen Zentrum und schließlich in das Restaurant Polka. Dort ließen sich die Deutschen polnische saisonale Spezialitäten schmecken. Am Wettkampftag war man als erste Gruppe in der Schule bei der Anmeldung. In der Turnhalle begrüßte die neue Schulleiterin alle teilnehmenden Gruppen sowie die Unterstützer und Förderer dieses gesamtpolnischen Wettbewerbs. Danach wurden die Startplätze gezogen. Angelique zog die Nummer 8. Dadurch konnten wir gespannt dem Geschehen unserer zuvor startenden Mitbewerber zuschauen. Während Angelique den Multiple Choice-Test schrieb, konnten die angehenden Köche aus Berlin endlich ihr Können unter Beweis stellen. Angélique erhielt dauerhafte Untertstützung von Frau Hapońska. Frederik und Paul verständigten sich allein mit Englisch und der internationalen Hand- und Fußsprache mit ihren polnischen Juroren. Das gelang bei Köchen erwartungsgemäß sehr gut. Einige Mitbewerber hatten teilweise niveauvolle Kompositionen vorgelegt, welche die sechsköpfige Sensorikjury kritisch bewertete. Vor dem Bildschirm der Übertragung aus der Küche fieberte Herr Siebecke mit den beiden Kochazubis mit und behielt dabei die Uhr stets im Auge. Endlich gingen die Teller raus und Paul und Frederik kamen erschöpft und lächelnd aus der Küche. Angélique signalisierte nach dem schriftlichen Test ein gutes Gefühl. Das Eindecken verlangte Können, Schnelligkeit und Präzision, welches sie beim klassischen Stil zeigte. Beim Sablieren konnte sie die Flasche mit dem riesigen Säbel im zweiten Anlauf fachgerecht vor zahlreichen Zuschauern öffnen. Die beiden Köche reinigten zeitgleich das mitgebrachte Geschirr und verstauten es im Wagen. Dann konnten auch sie am Büfett teilnehmen, welches kalte, warme und süße Köstlichkeiten bereithielt. Die Siegerehrung gestaltete sich wieder sehr spannend, doch schließlich konnten unsere Kochschüler Paul Jahn und Frederik Ohlms den zweiten Platz erkochen. Strahlend nahmen sie den Pokal und die Urkunden auf dem Siegerpodest entgegen. Ein schöner Erfolg, welcher durch hartes Training erarbeitet war. Während es für die Kochschüler der fünfte Wettbewerb war, konnte sich Angélique Bonau im ersten Vergleich in ihrer Ausbildung gut behaupten. Das abendliche Warschau zeigte sich von lichtererfüllter Seite. Im Kulturpalast konnte bei Tee und Kaffee der Wettkampftag kurz Revue passiert werden. Der wunderschöne Ausblick aus der 44. Etage des Hotels  Interconti wurde in den Handys festgehalten. Am nächsten Tag kauften die Schüler aus Berlin ein paar Mitbringsel im großen Einkaufszentrum Arkadia ein. Dann ging es wieder auf die Mautautobahn nach Berlin. Alle Schüler nahmen zahlreiche Erfahrungen mit nach Berlin. Die Kochschüler möchten nach der Ausbildung Warschau im Sommer erleben. Die Fahrt hat sich erneut in vielfacher Hinsicht gelohnt.

Ich möchte mich ausdrücklich bei den Betrieben Sarah Wiener im Hamburger Bahnhof sowie Hotel Regent Berlin und den verantwortlichen Mitarbeitern für die Unterstützung bedanke. Namentlich herausheben möchte ich Frau Gaiko aus dem Hotel Regent und Herrn Speer aus dem Restaurant Sarah Wiener. Weiterhin möchte der Schul- und Abteilungsleitung, den beteiligten Lehrkräften sowie dem Förderverein danken.

Unsere Wettkampfgänge:

Paul Jahn (Fischers Fritz im Hotel Regent Berlin):

Forelle gebeizt und geräuchert, Forellentatar, Fischhautchip, Petersilienmilch, Kascha, Moosbeeren-Apfelchutney, eingelegte Gurke, Profiterol mit Meerrettich-Petersilien-Sauerrahm und

Forellenkaviar, frittierte Petersilie

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Frederik Ohlms (Sarah Wiener im Hamburger Bahnhof):

Geschmorter Schweinekamm, Pflaumensauce, Petersilienwurzelpüree, Kürbis-Quitten-Chutney, sautierter Rosenkohl, glasierte Reizker, marinierte Petersilienwurzel und Petersilienwurzelchip, Kartoffel-Pilz-Roulade

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Niklas Siebecke,
Fachbereichsleiter Technologie