„Was wächst zwischen den Beeten“

So hieß der Wildkräuterworkshop für interessierte Schüler*rinnen und Lehrkräfte am 07.05. 2019.

OSZ Gastgewerbe Wildkräuter 01

Nicht erst seit Redzepi sind gerade im Frühling die jungen Pflanzentriebe so spannend für Köch*innen. Da wir keine giftigen oder unverträglichen Pflanzen auf unseren Tellern haben möchten, holten wir uns eine Expertin. Sonja Bienemann (Kräuterpädagogin BNE-www.berliner-kraeuterwelten.com) brachte uns mit einer wundervollen erfrischenden und geduldigen Art die Wildkräuter näher.
Zur Begrüßung gab es den perfekten Aperitif: Wildkräuterlimonade. Dabei eine kleine Einführung – und los ging es Richtung Schulgarten, jeder eine Schüssel in der Hand, die Ohren gespitzt und Augen auf die vielen Wiesen gerichtet.
Leider sind die Butterblumen schon alle aufgeblüht – Knospen konnten wir keine mehr entdecken. Dafür aber Knospen vom Spitzwegerich – Champignon Aroma. Welch eine Überraschung.

„Erst gucken, vergleichen, wesentliche charakteristische Merkmale erkennen. Dann erst kosten.“ Das hatte jeder schnell gelernt. Viele Fragen mussten beantwortet werden. Auch mittlerweile „Mainstream- Wildkräuter“ wie Giersch oder Löwenzahn wurden dadurch wieder spannend. Nachdem uns Frau Bienemann eine Menge Wildkräuter vorstellte, konnten wir unsere Schüsseln durch Wiederentdecken und selber sammeln füllen: Spitzwegerich (Blatt und Knospe) Vogelmiere/Sauerampfer/Gundermann/Schafgarbe /Löwenzahn – Achtung, nicht verwechseln mit Ferkelkraut ;) / Gänseblümchen (Blüte und junge Blätter) /Brennnessel/Hirtentäschel /Fingerkraut und zu guter Letzt auch noch der Giersch.

OSZ Gastgewerbe Wildkräuter 02
Diese Vielfalt zwischen den Beeten und auf unseren Schulhofwiesen zu finden ist schon toll.

Und sie sieht ganz anders aus, als die gekauften „Wildkräutermischungen“ – in welchen sich nur 2-3 Blüten an der Oberfläche befinden, der Rest besteht aus „normalen“ Blattsalaten. Viel Zeit blieb uns in der Küche nun nicht mehr – geplante Pasta- und Kartoffelgerichte dürfen die Teilnehmer leider allein zu Hause zubereiten.

Es entstanden:
ein grandioses Sauerampfereis mit Gundermannsahne und Rhabarberragout (letzterer natürlich aus dem Schulgarten), Leinsamen-Kräuterwrap und zum Füllen diverse Pestos, Dressings, Kräuteröle und -butter, Dips und Chips, der gekaufte „Wildkräutersalat“ wurde zu einem richtigen umgestaltet.

Erfrischend wie der Frühling war das Büffet und machte Lust auf mehr.

Wer also leicht gebeugt schleichende junge Menschen in Zukunft durch die Parks und Wälder oder unserem schönen Schulhof streifen sieht – vermutlich sind es dann Köch*innen, welche sich auf ihrer Wildkräutersammeltour an der frischen Luft erholen – neuen Gerichten auf der Spur.
Danke für diesen erquickenden Workshop.

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 Annette Voigt